Krummstab – Posoch – Zezel – Ferula – Pilgerstab
Während meiner Recherchen im Bereich der klerikalen Kopfbedeckungen bin ich oft auf Bilder mit Prälaten (Bischöfen, Äbten, Kardinälen, ..) gestoßen, die einenBischofsstab, Hirtenstab, Schäferstab, Krummstab, Kreuzstab, Ferula, Zezel, Posoch, Paterissa, Bakteria, Rabdos, baculus pastoralis, Abtstab, Pastoralstab, Pedum, Virga, Pilgerstab

in ihrer Hand hielten.Mich interessierten die Bezeichnungen der Stäbe.Die Geschichte und Bedeutung der Hirtenstäbe wird ausführlich behandelt in:

Klauser, Theodor: Der Ursprung der bischöflichen Insignien und Ehrenrechte, Scherpe Verlag, Krefeld 1953

Salomon, Pierre: Mitra und Stab – Die Pontifikalinsignien im Römischen Ritus, Mainz 1963, Mathias-Grünwald-Verlag

Nersinger, Ulrich: Der Kreuzstab des Papstes, Beitrag erschienen im L’Osseravtore Romano, Wochenausgabe in deutscher Sprache vom 21. März 2008, Seite 7 (Ulrich Nersinger Der Kreuzstab des Papstes (1647 KB))

Nersinger, Ulrich: Insignien und Gewandung des Papstes – einst und jetzt – Ferula und Kreuzstab in: Pro Missa Tridentina, Rundbrief Nr. 26, Juni 2003, ISSN 1610-4927

Artikel in L’Osservatore Romano: Der neue Kreuzstab von Papst Benedikt XVI.
Artikel im Bollettino di Circolo San Pietro: „UN NUOVO PASTORALE PER IL SANTO PADRE BENEDETTO XVI.
(Diese Ferula wurde von Papst Benedikt XVI. erstmals am 29. November 2009 verwandt.)


Ein erster Einstieg ist auch möglich über:Wikipedia – Krummstab
P. W. Hartmann Kunstlexikon – Bischofsstab

P. W. Hartmann Kunstlexikon – Abtstab

P. W. Hartmann Kunstlexikon – Taustab

P. W. Hartmann Kunstlexikon – Pedum

Bilder von einem Bischhofsstab (Krummstab)


Bilder von Bischofstäben orthodoxer Bischöfe, gerade mit verziertem Knauf für den nicht liturgischen Gebrauch
Posoch (russ.: Посох)
Rabdos (grch.)




 
Bilder von Stäben für den Erzbischof bzw. Patriarchen:
Zwei Krümmen münden in zwei Schlangenköpfe, die das Kreuz auf der Spitzes des Stabes umrunden

Zezel (russ.: Жезл )
Paterissa (grch.)

Interpretation:
„Symbol der wahren Klugheit, nämlich im Kreuz Christi weder Ärgernis zu nehmen, noch das Kreuz als Torheit abzutun, sondern im Kreuz Gottes Kraft und Weisheit zu erkennen (1. Korinther 1, 18)“ Kunzler, Michael: Archieratikon, Paderborn, 1998, Seite 147





Bilder von Zezel für Bischöfe [Taustab: Stab mit T-förmig ausgebildetem Kopfteil, benannt nach dem griechischen Buchstaben * Tau („T“)]


Bild „Ferula trifft Zezel“


Bilder der Ferula

Der gerade Kreuzstab (auch Petrusstab) des Papstes wird Ferula genannt. Der hier zu sehende Stab von Johannes Paul II und Benedikt XVI wurde von dem Bildhauer Lello Scorzelli aus Neapel  für Papst Paul VI entworfen. Hergestellt hat ihn der Silberschmid Manlio Del Vecchio.

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Papst Benedikt XVI mit der Ferula von Papst Pius IX. am Palmsonntag (16. März 2008)
 





 Ferula Papst Benedikt XVI., erstmals am 29. Noevember 2009 getragen.
Ferula Papst Benedikt XVI.Papst Benedikt XVI Ferula


 

Bild eines Stabes mit dem dreifachen Papstkreuz
benutzt von Papst Johannes Paul II anläßlich der Öffnung der Heiligen Pforte am Pertersdom im Heiligen Jahr der Erlösung am 25. März 1983
Bilder von Pilgerstäben

Papst Johannes Paul II mit einem Taustab als Pilgerstab
im August 1989 in Santiago die Compostella

Benedikt XVI mit einem vom Drechslermeister Wolfgang Klaritsch aus Graz hergestellten Pilgerstab bei seinem Besuch des Marienheiligtums in Mariazell, Österreich am 8. September 2007
Gefertigt ist er übrigens aus Eibe, einem heimischen Nadelholz. Der Verschluss, also jenes Stück, das den oberen mit dem unteren Teil verbindet, ist aus massivem Silber. „Der Pilgerstab des Papstes ist ein Unikat. Ich habe ihn mit der Hand gedrechselt“, so Klaritsch. Ganze sechs Modelle hat er gefertigt, bevor er mit dem Ergebnis zufrieden war.

Ehrenpilgerstab zur Regensburger Fußwallfahrt

 
Bilder eines Abtstabes
Beim Abtstab ist am Schaft in Griffhöhe ein Tüchlein angebunden, das Pannisellus (v. lat. pannus, Tuch) genannt wird. Es kam im 13 Jhd. auf und diente sowohl dazu den Abtstab von dem Bischofsstab zu unterscheiden als auch den Handschweiß von dem wertvollen Stab abzuhalten (daher auch die Bezeichnung Sudarium oder Sudariolum für das Tuch).


Bild: Abt Gregor der Zisterzienserabtei Stift Heiligenkreuz, Heiligenkreuz im Wienerwald (Österreich)